Wasser trinken

Warum das Trinken im Alltag so leicht untergeht

Die Flasche steht morgens auf dem Tisch. Du hast dir vorgenommen, heute genug zu trinken. Dann beginnt der Tag. Eine E-Mail, ein Gespräch, ein Termin. Zwischendurch muss noch etwas erledigt werden, später vielleicht einkaufen oder nach Hause fahren. Die Flasche steht immer noch da. Am Nachmittag fällt dein Blick darauf und du stellst fest, dass kaum etwas fehlt.

Eigentlich wolltest du mehr trinken. Du weißt, dass es wichtig ist. Trotzdem ist der Gedanke daran irgendwo zwischen all den anderen Dingen des Tages untergegangen. Das passiert erstaunlich leicht.

Mehr trinken beginnt nicht mit mehr Disziplin

Für vieles gibt es im Alltag einen festen Zeitpunkt. Wir stehen auf, frühstücken, gehen zur Arbeit. Irgendwann bekommen wir Hunger und essen. Abends machen wir uns auf den Weg nach Hause. Beim Trinken ist das oft anders.

Natürlich gibt es Durst. Gerade wenn wir beschäftigt sind, kann er aber leicht in den Hintergrund rücken. Ein Gespräch ist gerade wichtiger. Eine Aufgabe soll noch fertig werden. Man möchte diese eine Sache nur noch schnell erledigen. Und plötzlich sind mehrere Stunden vergangen.

Dann liegt der Gedanke nahe, man müsse sich einfach öfter daran erinnern. Aber auch das kann schwierig werden. Ein voller Tag lässt wenig Raum für Dinge, die nicht gerade dringend erscheinen. Aus „Ich möchte mehr trinken“ wird dann schnell eine weitere Aufgabe, die irgendwo im Kopf mitlaufen soll.

Interessanter ist deshalb eine andere Frage:

Wie kann das Trinken einen festen Platz in deinem Tag bekommen?

Gewohnheiten hängen oft an bestimmten Momenten

Viele Dinge, die wir täglich tun, müssen wir nicht jedes Mal neu entscheiden. Du setzt dich morgens mit einer Tasse Kaffee an den Tisch. Ziehst deine Schuhe aus, wenn du nach Hause kommst. Putzt dir die Zähne, bevor du schlafen gehst.

Der eine Schritt erinnert an den nächsten. Auch beim Trinken kann so eine Verbindung hilfreich sein. Wenn du ohnehin frühstückst, kann ein Glas Wasser zu diesem Moment gehören. Bei deiner Mittagspause, kann ein Getränk dabeistehen. Wenn du nach Hause kommst, schenkst du dir etwas ein.

Es geht dabei nicht um einen minutiösen Trinkplan. Du musst deinen Tag nicht in feste Trinkzeiten einteilen. Eine Handlung, die ohnehin stattfindet, kann einfach zu einem kleinen Anker werden.

Finde heraus, wo es bei dir untergeht

Vielleicht steht bereits eine Flasche neben dir. Und trotzdem trinkst du kaum daraus. Dann ist die Lösung wahrscheinlich nicht, die Flasche noch sichtbarer aufzustellen. Vielleicht liegt das Problem an einer anderen Stelle.

Du trinkst morgens regelmäßig, vergisst es aber während der Arbeit. Oder du hast zu Hause immer Wasser zur Hand, nimmst unterwegs aber selten etwas mit. Vielleicht bemerkst du auch erst am späten Nachmittag, dass du seit dem Mittagessen kaum etwas getrunken hast. Deshalb lohnt es sich, einmal nicht auf die Trinkmenge zu schauen, sondern auf den Moment, in dem du es vergisst.

Wann passiert es?

Was machst du gerade?

Wo bist du?

Wenn du zum Beispiel während der Arbeit regelmäßig das Trinken vergisst, könnte deine erste Pause ein guter Anker sein. Wenn es unterwegs passiert, brauchst du eine Lösung, die tatsächlich mit dir unterwegs ist. Die Antwort muss dabei nicht für deinen ganzen Tag funktionieren. Sie sollte zunächst dort helfen, wo es bisher immer wieder untergeht.

Mehr trinken muss kein neues Projekt werden

Es gibt Apps, die ans Trinken erinnern. Flaschen mit Markierungen zeigen, wie viel du bis zu einer bestimmten Uhrzeit getrunken haben solltest. Manche Menschen führen über mehrere Tage genau Buch. Das kann hilfreich sein.

Es kann aber auch passieren, dass aus einem einfachen Vorsatz ein weiteres System wird, das gepflegt werden muss. Wenn dein Alltag ohnehin voll ist, brauchst du nicht noch eine Benachrichtigung, eine Liste oder ein neues Ziel.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene rund 1,5 Liter Getränke pro Tag als Orientierungswert. Der tatsächliche Flüssigkeitsbedarf kann jedoch unterschiedlich sein und hängt unter anderem von Temperatur, körperlicher Aktivität und der individuellen Situation ab.

Der nächste klare BlueRime-Schritt

Beobachte heute einmal einen ganz bestimmten Moment:

Wann merkst du normalerweise, dass du zu wenig getrunken hast?

Am Vormittag? Nach der Arbeit? Erst am Abend?

Wenn du ihn gefunden hast, verändere nicht gleich deinen ganzen Tag. Verbinde diesen einen Moment mit etwas, das ohnehin zu deinem Alltag gehört. Eine Pause. Eine Mahlzeit. Das Verlassen des Hauses. Oder das Nachhausekommen. So wird aus einem Vorsatz langsam ein Ablauf. Und vielleicht musst du irgendwann gar nicht mehr daran denken.

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